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Am 19. und 20 Juni fand das 2.Budo-Seminar CRB in Weiden unter der Leitung von Götz Helmut statt. Mit 46 aktiven Teilnehmer war es noch erfolgreicher wie das erste. Über zwei Tage wurde traditionelles Budo im Sinne des “Centre de Recherche Budo” (“Budo Forschungs Center”) trainiert, das von Sensei Roland Habersetzer, 8. Dan, in Strassburg (Frankreich) geleitet wird.

Am Samstag wurde in zwei Trainingseinheiten Karate geübt, mit dem Schwerpunkt der Kata Bunkai. Der Rhythmus einer Kata, so erklärte Götz immer wieder, wird durch das Bunkai deutlich. Der Kata-Ausübenden muss sich deshalb intensiv mit der Anwendung einer Kata befassen um Sie zu verstehen. Durch das Verstehen der Techniken in Verbindung mit der richtigen Atmung, wird ein richtiges Erlernen der Kata ermöglicht. Hean 1 - 3 und Nijushiho wurden nach diesen Gesichtspunkten erarbeitet. Hebeltechniken und Wurftechniken aus der Nage-no-Kata wurden mit integriert. Zum Abschluss des ersten Tages wurde die Koshiki-Kata “Chibana-no-Bassai” im Ablauf vermittelt.

Der Sonntag wurde dann die erste Trainingseinheit mit gymanastischen Übingen aus den Tai Chi eingeleitet. Es folgte eine kurze Einleitung in die Geschichte des Tai-Chi und deren Struktur. In zwei Stunden wurde dann der Ablauf der sogenannten “Peking-Form” vermittelt. In der letzten Trainingseinheit stand Kobudo auf dem Programm. Kihon mit dem Bo nahm dabei einen grossen Bereich ein, es folgten die 10 Basis-Kumite mit Bo von Meister Inoue. Diese Kumite sind eine hervorragende Übungsform zur Schulung von Zanshin. Götz Helmut legte darauf besonderen Wert und betonte immer wieder deren Wichtigkeit. Eine alte Bo-Kata mit Namen “Tenryu-no-Bo” rundete das Kobudo ab.

Allen Teilnehmern wurde an den beiden Tagen bewusst, das Kampfkunst eine Philosophie zur Entwicklung von Körper und Geist darstellt und im CRB getragen wird.

Ein Kobudolehrgang im Römerkastell

Einen Kobudo-Lehrgang kann man in der Halle, auf dem Sportplatz oder aber auch in einem Römerkastell durchführen. Ein solches Römerkastell liegt z.B. mitten in Bayern im Naturpark Altmühltal. Bei der kleinen Ortschaft Pfünz auf einem Berg angelegt, diente es schon vor fast 2000 Jahren den römischen Legionären als Schutz gegen die feindlich gesonnenen Germanen in der Umgebung. Einmal im Jahr wird es jedoch von einer Horde neuzeitlicher Bayern erobert, die das Kastell als Lehrgangsort gewählt haben.

Das Kastell "Vetoniana" ist teilweise restauriert und bietet neben einem besteigbaren Wachturm und einer hohen Steinmauer noch ein schönes Haupttor mit Wachbrücke. Von den anderen Ecktürmen sind nur noch die Fundamente übrig. Das Gelände eignet sich hervorragend für ein Kobudotraining da man das "martialische Umfeld" gut in das Waffentraining integrieren kann.

Kumiteübungen mit dem Bo auf den Mauerresten der Ecktürme schulen insbesondere den Gleichgewichtssinn und die Intuition; beides Eigenschaften des Budo die in der Halle nur schwer zu vermitteln sind. Beim Sprint rund um das ganze Kastellgelände merkt man erst wie groá die Anlage in früheren Zeiten gewesen sein muá. Besonders interessant sind die Partnerübungen auf dem Wachturm und der Wachbrücke. Das enge Arbeiten Schulter an Schulter mit dem Nachbarn erfordert Disziplin und Distanzgefühl mit der Waffe.

Der "Kastell-Lehrgang" ist schon seit Jahren ein fester Bestandteil im Jahresplan der oberbayerischen Kobudoka des MTV Ingolstadt unter der Leitung von Siegfried Hübner, 3.Dan, und erfreut sich zunehmender Beliebtheit, was die ständig steigende Teilnehmerzahl beweist. Das Training dauert etwa 4 Stunden, in denen mit 3 verschiedenen Waffen intensiv Kihon, Kumite und Kata geübt wird. Der krönende Höhepunkt ist jedoch jedesmal das anschliessende Picnic im Kastellgelände, bei dem alle bei Brotzeit und Kuchen den Tag langsam ausklingen lassen.